Altlasten

Belgrad hat im Zusammenhang mit vermeintlichem Organhandel nun schwere Vorwürfe gegen den albanischen Ministerpräsidenten Sali Berisha erhoben.
Während des Kosovo-Krieges (1998/99) soll der damalige Oppositionspolitiker Berisha nach Erkenntnissen der serbischen Sonderstaatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen einer der wichtigsten Waffenlieferanten der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) gewesen sein. Die Angaben der Sonderstaatsanwaltschaft stützen sich laut der serbischen Zeitung “Politika” auf die Aussagen von vier ehemaligen UCK-Angehörigen. Die Waffen wurden demnach im Haus der Familie Berisha bei Tropoja in Nordalbanien übergeben. Laut “Politika” soll Berisha auch kurz vor einem Besuch des serbischen Sonderstaatsanwalts für Kriegsverbrechen, Vladimir Vukcevic, in Tirana im September 2008 angeordnet haben, Dokumente zu vernichten, die auf den Transfer von im Kosovo entführten Personen nach Albanien, deren Ermordung und Organhandel in diesem Zusammenhang hindeuteten. Zwischen dem 15. und 25. September 2008 hielt sich nach serbischen Erkenntnissen zudem der noch amtierende kosovarische Premier Thaci in Tirana auf.